Disclaimer: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hierbei nicht um Anleitungen handelt und ich keinerlei Gewähr oder Haftung für die Richtigkeit der dargestellten Inhalten nehme! Arbeiten an Luftfahrzeugen dürfen nur durch zertifiziertes Personal durchgeführt werden!
Niemals die Haube alleine im Wind offen lassen!
Wer das nicht beherzigt sieht sich schnell mit einer Haubenreparatur konfrontiert oder muss diese gar ersetzen.
Risse nach
Aufschlagen
In diesem Beispiel wurde die Haube einer DG505 vom Wind aufgerissen. Das Haubenfangseil hat gehalten, der Ruck die Haube aber derart gebogen, dass sie gerissen ist. Der zu sehende Riss ist sehr lang. Ob ein Haubenriss reparierbar ist oder nicht entscheidet der Prüfer. In diesem Fall wurde als Kompromiss festgelegt, dass eine neue Haube bestellt werden muss und die reparierte Haube nur so lange geflogen werden darf bis die neue eingetroffen ist. Damit war die Maschine wenigstens nicht gegroundet - und auf mich wartete einiges an Arbeit.
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Als erstes wird das Ende abgebohrt und mittels eines Dremels und Fräsers eine doppel-V-Kerbe in den Riss gefräst. Wichtig ist, dass sich die beiden V-Kerben in der Mitte fast berühren, da man später, nachdem der Acrifix aufgetragen ist, nur noch schwer sehen kann wie der Riss verläuft. Man sollte auf gar keinen Fall ein Loch durchfräsen, da hier sonst später der Klebstoff durchläuft.
V-Kerbe

Beim fräsen sollte man peinlichst darauf achten, dass umliegende Glas nicht zu zerkratzen. Ich persönlich klebe das umliegende Gebiet zumeist mit Klebeband ab.
UV-Licht
Das Aushärten erfolgt mit UV-Licht. Hier in Kalifornien braucht man dazu keine UV-Lampe - die Sonne erledigt das einfach so.
beidseitig

Nachdem der Acrifix auf der einen Seite fest ist muss man von der anderen noch mal so weit runter fräsen, bis man den ehemaligen Riss komplett entfernt hat und sich bereits im frischen Glass befindet. Macht man das nicht, so besteht die Gefahr, dass man den ehemaligen Riss noch sieht und dass dieser wieder anfängt sich auszuweiten.
aushärten
Jetzt das gleiche Spiel von der anderen Seite nochmal: Acrifix auftragen und aushärten lassen. Das Auftragen sollte man natürlich in einen abgeschatteten Raum statt finden. Auf diese Art und Weise hat man genug Zeit den Acrifix blasenfrei auftztragen. Hierzu braucht man eine ruhige Hand und sollte sich auf eine dünne und absolut saubere Nadel bereit legen.
2000er Schleifpapier

Jetzt kommt der schwierigste Teil der Arbeit: Das Haubenglas muss wieder in Form geschliffen werden. Dazu fängt man am Besten mit scharfen Ziehklinge an, steigt anschließend auf 400er Nassschleifpapier und geht zu immer feinerem Papier über. Ein absolutes Muss hierbei ist, dass das Schleifpapier auf einer geraden und nicht zu harten Unterlage aufgeklebt wird. Ich habe hierzu ein Stück PE Kunstoff verwendet und 2mm Kork aufgeklebt.
Geduldig schleifen!
Der letzte Schliff erfolgt mit 2000er Papier.
vor Politur

Anschließend müssen die Schleifspuren herauspoliert werden. Es gibt hierzu sündhaft teure Spezial-Plexiglas-Polituren. Die sind gut, aber auch nicht besser als gewöhnliche billige Silberpolitur aus dem Supermarkt. Am besten benutzt man zum polieren einen kleinen Dreieck- Excenterschleifer mit aufgesetztem Polierschwamm. Das schon die Hände und man kann sich auf das Führen des Werkzeuges konzentrieren.
wieder im Einsatz
Eine fachgerecht durchgeführt Haubenreparatur ist abschließend nicht mehr zu sehen. Da es sich bei unserer Haube um eine getönte handelte, es aber keinen getönten Acrifix gibt, bestand diese Chance nicht. Dies war auch einer der Gründe, dass von Anfang an ein neues Haubenglas unabhängig vom Ergebnis der Reparatur gefordert wurde. Bei dieser Reparatur wurden aber sowohl ausreichende Festigkeit wie auch optische Güte erreicht, um bis zum eintreffen des neuen Haubenglases fliegen zu können.
Nochmals: Niemals die Haube im Wind allein offen lassen!
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