WL2 - Werkstattleiterlehrgang
"Faserverbundbauweise mit Berechtigung für große Reparaturen"
Was machen Segelflieger eigentlich im Winter? Nun - da gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die einen betreiben Ausgleichssportarten (z.B. Skifahren), die anderen versuchen motorisiert weiter zu machen und wieder andere warten einfach nur frustriert auf den Frühling. Es gibt da aber auch noch eine Sorte Segelflieger, die sich sogar trauen in Flugzeuge zu steigen, an denen sie selber repariert haben und denen das sogar noch Spaß macht! Genau so eine Truppe hat sich im Januar 2003 auf dem verschneiten Hornberg eingefunden. Es sollte gelernt, geübt und in einer Prüfung nachgewiesen werden wie man Faserverbundflugzeuge fachgerecht repariert.
Benjamin
erklärt die Reparaturtechnologie an einer abgedrehten Rumpfröhre.
frisch abgesägt
sah der Rumpf so aus.
Kritische
Begutachtung:
David hat ein Stück Nase vorlaminiert, die er im nächsten Schritt einklebt.
Nasenreparatur an einer ASK21
David & Co hatte den wohl kompliziertesten Fall des Lehrgangs. Mit einem großen Hammer hat Mini (Akaflieg Stuttgart) den Flügel so lange bearbeitet, bis ein "reparaturwürdiges" Loch für die beiden Schemp-Hirt-Lehrlinge entstanden war. Für mich war es sehr beeindruckend zu sehen mit welcher Routine die beiden arbeiteten.
Ups - She did it again
Ups (Akaflieg Stuttgart) erläutert Laminierfehler, von denen wir ausreichend viele produzierten.
Zerreißprobe
Hans spannt ein Stück CFK-Laminat in die Zerreißmaschine ein. Anhand von mehreren Proben (Glas, Kohle, getempert, nicht getempert, unterschiedliche Faserrichtungen usw.) wird deutlich, wie sich die einzelnen Laminate verhalten.
Endkantenbereich Dimonaflügel:
"Meine" Reparatur beinhaltete, wie auf dem Bild zu sehen, ein großes Loch im Bereich der Endkante, welche ebenfalls erneuert werden musste.
Tempern:
Harz erreicht erst nach 15h bei 55°C - dem Tempern - seine Endfestigkeit. Hierzu wird der ganze Flügel in die Temperkammer gestellt.
Deckschicht:
Nachdem der Schaum eingestraakt und mit Mikroballon abgespachtelt ist, wird die Decklage auflaminiert.
Temperzelt
Natürlich muss auch hier wieder getempert werden, diesmal wird jedoch der Aufbau eines Temperzeltes geübt (welcher Verein hat schon eine Temperkammer?).
Fast fertig:
Nach dem verschleifen und verspachteln wurde die
Reparaturstelle mit Schwabelack lackiert. Zum abschließenden Finish war leider
keine Zeit mehr, obwohl unser Tag von 8:00 bis 21:00 Uhr ging. Nach
Unterrichtsende wurde dann oftmals bis tief in die Nacht geredet. Worüber -
klarer Fall: FLIEGEN! (Wann hat man schon so viele interessante Leute auf einer
Stelle, die sich genau so wie man selber scheinbar unendlich lange übers
Segelfliegen unterhalten können
?)
Nach fünf Tagen Werkstatt und Schulbank haben dann alle 19 Teilnehmer am Samstagmorgen die Prüfung bestanden und sich auf dem, im Lehrgang gebauten Nimbus-Seitenruder, verewigt. Unser besonderer Dank gilt den Ausbildern
Hans (BWLV-Flugschule Hornberg)
Ups (Akaflieg Stuttgart)
Mini (Akaflieg Stuttgart)
sowie den Dozenten Dr. Grix, Dr. Weiblen und Dipl.-Ing. Schott (Schemp-Hirt).
Weitere Bilder findet ihr auf der Hompage von Nadja Eisenmenger.
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