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Haubenhalter & Bolzenloch

In Hollister (CA, USA) verschafft uns die Seebriese vom Pazifik ab Mittag immer Wind, der kräftig an der DG-Haube schüttelt (~30 km/h). Die Hebel an der DG-Haube sind beachtlich und ebenso wie die wirkenden Kräfte. Der Scharnierhaubenbolzen wird bei der Herstellung durch ein Loch in der Rumpfseitenwand eingeführt, welches vor der Lackierung einfach mit Polyesterspachtel verfüllt wird.

Lackriss

Man kann sich nun vorstellen wie sich die Spachtelmasse verhält wenn der Wind daran eine Zeitlang daran rumschüttelt - richtig - sie wird von einem eleganten Lackriss verziert.

  

abgeklebt

Eigentlich will ich hier zeigen wie ich diesen Riss vermeide, aber zuvor schnell ein paar Bilder wie ich ihn repariert habe.

  

aufgeschliffen

Das Loch in der Seitenwand wird bei DG vor dem Lackieren einfach mit Spachtelmasse zugeschmiert und fertig. Es wird zwar auf jedem Werkstattleiterlehrgang erklärt dass Polyesterspachtel nix hält, aber na ja - es ist für die Herstellung halt billig und geht schnell. Ich wollte keine Risse mehr und habe es daher "anders" gemacht. Das ausschleifen des Polyesterspachtels geht mit einem Dremel (Kugelfräser) recht einfach und sauber.

  

Conticell verklebt

Ich habe ein Stück Conticell-Schaum als Stützmaterial zurechtgeschnitten und mit microballonangedicktem L285 eingeklebt.

  

Gewebe anpressen

Nach dem verschleifen des Schaums habe ich zwei Lagen Interglas 92125 auflaminiert und eingestrakt.

  

Gelcoat

Der Rest ist Standard: Gelcoat auftragen, aushärten lassen, Signallack drauf und Finish schleifen.

  

Signallack

 

Haubenhalter

Jetzt aber zum eigentlichen Thema:

Um zu verhindern dass ein derartiger Schaden überhaupt entsteht muss man verhindern dass die Haube im Wind rumschüttelt. Hierzu hatte ich mir bei TAP-Plastik zwei Glasfaserrohre besorgt. Ihre Aufgabe ist es über Kreuz den Haubenrahmen zu halten. Was noch fehlt sind die "Adapter" für Haube und Rumpf. Diese habe ich direkt am Flugzeug laminiert, also das Flugzeug selber also als Form benutzt.

  

zurechtschneiden

Für die Haubenrahmenseite erschien es mit das einfachste ein Pre-Preg anzufertigen und dieses dann eingeklemmt im Haubenrahmen aushärten zu lassen.

  

Prepreg laminieren

Das Pre-Peg habe ich in Frischhaltefolie als Trennmittel verpackt. Mit eingepackt habe ich den Filz, der später die Haube vor Kratzern schützen soll. So ergibt sich exakt die Form, welche man später benötigt. Packt man den Filz nicht mit rein, dann passt in das Teil später auch kein Filz. Der Filz muss natürlich auch getrennt sein und darf nicht mit Harz in Berührung kommen!

  

einpacken

Die Sache mit dem eingepackten Pre-Preg ermöglicht ein wirklich sauberes Abformen. Das Video zeigt das Einpacken.

Video (5 MB) Video (5 MB)

Die Enden des Pre-Pregs habe ich gefaltet, so dass kein Harz die Möglichkeit hat auszufliegen, auch wenn das Laminat gepresst wird. Ich habe trotzdem sowohl an Haubenrahmen wie auch am Rumpf Folie als Trennmittel angebracht. Nichts würde mehr ärgern als nach dem Aushärten festzustellen dass man gerade die Haube zugeklebt hat ;-)

  

auflegen

Was man auf keine Fall vergessen sollte ist den Filz am Knick auszuschneiden. Vergiss man dass ist eine hässliche Welle im Teil das Ergebnis (der Filz ist eben nicht so anschmiegsam wie Glas).

  

Haube geschlossen

Nach dem schließen der Haube rennt die Zeit: die Seiten wollen hochgehalten werden. Hierzu habe ich in zwei Schritten gearbeitet: 1. Klebebandfixierung; 2. Anpressen.

  

Cockpitseite

Man sollte sehr gut aufpassen, dass man absolut sauber arbeitet und sich KEINERLEI Harz am Klebeband befindet. Eine mit Harz bekleckerte Haube bekommt man nur schwer (bis gar nicht) wieder sauber.

  

Außenseite

Das Andrücken erledigt ein Stück Schaumstoff welches von einem Stück Styropor und einer Leiste in der richtigen Lage gehalten wird.

  

innen anpressen

  

An der Außenseite habe ich den Schaumstoff sowie die Schaumplatte einfach mit ein paar angelehnten Brettern angedrückt.

  außen anpressen

Ich habe die beiden Teile jeweils einzeln gebaut. Wenn man geübt ist könnte man sich auch daran versuchen beide Teile in einem Arbeitsgang anzufertigen. Ich mag es nicht der Tropfzeit hinterher zu rennen, daher habe ich einfach zwei Morgen spendiert.

  

Filz

Das schönste ist natürlich immer das ausgehärtete Teil zu verputzen. Aus einem stacheligen "Etwas" wird ein formschönes und perfekt sitzendes GFK-Teil :-)

  

Teppichkleber

Das Einkleben des Filz geht gut mit billigem Teppichkleber aus dem Baumarkt. Beim Verlegen unseres Küchenbodens habe ich super Erfahrungen damit sammeln können, dass dieses Zeug einfach alles klebt - egal ob Schuhe, Strümpfe oder Haut ;-)

  

Glaskreise

Nachdem die Haubenseite fertig war habe ich das Glas für das Rumpfseitige Teil zurechtgeschnitten. Als Trennmittel habe ich wiederum Frischhaltefolie verwendet. Wichtig erschien mir sicherzustellen, dass die Folie absolut intakt war und keinerlei Löcher aufwies. Wiederum bestand die Chance sein Teil einfach nur fest am Flugzeug festzukleben.

  

eingelegt am Rumpf

Bei der geforderten Form war ein Pre-Preg leider nicht möglich. Daher habe ich die Lagen direkt am Flugzeug aufgebaut.

  

anpressen

Das Anpressen erledigte wiederum Schaumstoff. Man hätte auch Vakuum verwenden können, aber irgendwie erschien mir die Schaumstoffmethode leichter. Die Platte welche den Schaumstoff presst habe ich mit einem heißen Draht eine solche Form gegeben dass sie im Grunde schon passte und nur noch runter gedrückt werden musste.

  

ausgehärtet & verputzt

Dann wieder das Schönste: Entformen und verputzen :-)

  

Haubenseite verklebt

Jetzt konnten die Glasfaserrohre angeklebt werden (schwarz gefärbtes Harz, das ist keine Kohle). Ursprünglich hatte ich vor das Rohr mit baumwollflockenangedicktem Harz (Flox) zu verkleben und in einem zweiten Schritt Glas drüber zu legen. Nach dem Aushärten des Harzes wurde jedoch schnell klar, dass die Verklebung vollkommen ausreichend ist.

  

Rumpfseite verklebt

Damit war die Halterung fast fertigt. Was noch fehlte war ein Seil, welches die Haube runter zieht. Hierzu habe ich ein Nylon-Seil verwendet und in die Mitte ein Stück 6 mm Gummizug eingefügt.

  

David

Unser David (4 Monate) hat mir Gesellschaft geleistet. Er mag die ganzen bunten Bilder in der Werkstatt :-)

  

fertig zum Einsatz

Die komplette Konstruktion ist auf dem Bild zu sehen. Das Video zeigt wie die ganze Sache funktioniert: Haube auf, Stützen rein, Gummi ran und schon wackelt meine Haube auch im Sturm nicht mehr :-)

  

Video Demo (12 MB) Video Demo (12 MB)

Ich habe jetzt die erste Hollister-Saison mit meinem Haubenhalter hinter mir und möchte ihn nicht mehr missen.

 

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